Position zum städtischen Konzept zur Erinnerung an Amadeu Antonio

Wäre Rassismus in Eberswalde, in Deutschland und in Europa wirklich überwunden, könnten wir uns mit Erfreulicherem beschäftigen. Aber Rassismus wird noch immer zu oft bagatellisiert, unsichtbar gemacht, auf wenige „Unbelehrbare“ geschoben oder komplett geleugnet, trotz gegenteiliger Erfahrungen nichtweißer Menschen hier.
Die Grundrechteagentur der Europäischen Union veröffentlichte 2009 die Ergebnisse der ersten europaweiten Studie zu rassistischer Gewalt und Diskriminierung. Von den über 20.000 Befragten in 27 Ländern erklärten zwölf Prozent, dass sie innerhalb des letzten Jahres Opfer einer rassistisch motivierten Gewalttat geworden sind; gleichzeitig wandten sich aber lediglich 20 % der Betroffenen an die Polizei. Jährlich bleiben tausende Fälle von rassistischer Gewalt, Bedrohung und Diskriminierung unsichtbar, lautet daher die Schlussfolgerung der EU-Grundrechteagentur. Sie seien damit wesentlich weiter verbreitet als in offiziellen Statistiken angegeben.
Wir begrüßen daher die Bemühungen in Eberswalde, durch öffentliche Workshops und die Erarbeitung des Konzepts die “Verankerung des Mordes an Amadeu Antonio im öffentlichen Bewusstsein der Stadt und die Verpflichtung zur fortwährenden Auseinandersetzung mit der Tat und mit Rassismus” voranzubringen.
Allen Ideen des Konzeptes, die der Information und Bildung dienen oder wie die Auslobung des antirassistischen Preises das Thema vertiefen und den bewussten Umgang Eberswaldes mit der Tat verdeutlichen, können wir voll oder weitgehend zustimmen.


Daher finden wir auch viele Argumente für die Umbenennung des Bürgerbildungszentrums nach Amadeu Antonio sehr gut.
Dass das Haus aber eine Konkurrenz zur Umbenennung der Straße ist, ist durch das Konzept nicht belegt und beim Lesen auch nicht nachvollziehbar.
Im Mai 2012 formulierten wir: Andere antirassistische Zeichen und die Würdigung anderer Gewaltopfer begrüßen wir, wenn diese als Teil eines breiten Prozesses zur Überwindung von Rassismus und Gewalt verstanden werden, nicht als Gegensatz zur oder als Ersatz für die Straßenumbenennung.
Am 50. Geburtstag von Amadeu Antonio am 12.08.2012 starteten wir die Aktion „Die Amadeu-Antonio-Straße ist überall“. Wir weisen nun mit Straßenschildern, T-Shirts, Aufklebern usw. darauf hin: Wenn sie  noch nicht dort ist, wo sie hingehört, zeigen wir, dass die Amadeu-Antonio-Straße überall da sein kann, wo sich Menschen für die Überwindung von Rassismus engagieren.
Wir laden zum Gedenken am 22. Todestag an der Gedenktafel für Amadeu Antonio am 6. Dezember um 17 Uhr demokratisch gesonnene Menschen jeglicher Couleur und jeden Alters ein. (s. Pressemitteilung).

Afrikanischer Kulturverein Palanca e.V.
Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“
Jugendbündnis F.E.T.E. – Für ein tolerantes Eberswalde

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Über Jugendbündnis F.E.T.E.

Das F.E.T.E. ist ein Bündnis aus jungen Leuten, das sich in der Stadt Eberswalde und Umgebung gegen Rechtsextremismus und insbesondere gegen rechte Subkultur engagiert.
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