Kampange Light Me Amadeu – Die Amadeu-Antonio-Straße ist überall! Aufruf zur Unterstützung

Aufruf von Light Me Amadeu

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In der Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ („Entzünde mich Amadeu“ – lass mich nicht kalt bleiben beim Erkennen, Benennen und Überwinden von Rassismus) mischen inzwischen in zweiter Generation weiße und Schwarze Jugendliche, junge und ältere Erwachsene mit. „We shall overcome, …, black and white together“, das alte Lied der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung sangen wir am 50. Geburtstag von Amadeu Antonio. Die noch ausstehende, für den 12.08.12 vorgeschlagene Straßenumbenennung vollzogen wir symbolisch im Beisein zahlreicher Menschen aller Coleur.

Kaum ein Mensch will sich rassistisch verhalten. Alltäglicher und struktureller Rassismus beschädigt dennoch weiter Schwarze und Weiße. Auch im Barnim erleben Menschen mit dunklerer Hautfarbe oft unklare, „komische“ und „eindeutige“ Situationen. Wie sollen sie damit umgehen, z.B. wenn sich Weiße selbst bei „eindeutigen“ Äußerungen / Aggressionen gar nicht oder begatellisierend verhalten? Die kleiner und bunter werdende Welt verändert unsere Realität. Wir haben die Wahl zwischen Verweigerung und Annahme dieser Veränderungen, somit auch der Zukunft in unserem noch immer sehr weißen Territorium.

Wir werden das Phänomen Rassismus nicht durch Verschweigen los, wir werden es weiter bearbeiten müssen. Daran kann uns die Amadeu-Antonio-Straße im Alltag erinnern.

Die Position des Afrikanischen Kulturvereins Palanca e.V., der Barnimer Kampagne Light me Amadeu und des Jugendbündnisses F.E.T.E vom 24.05.2012 gilt weiter:

 

Wir bleiben trotz Einwänden und Gegenvorschlägen dabei, dass die Amadeu-Antonio-Straße das richtige Zeichen für ein selbstbewusst gegen Rassismus stehendes Eberswalde und eine würdige Ehrung für Amadeu Antonio und weitere Opfer rassistischer Gewalt wäre. Andere antirassistische Zeichen und die Würdigung anderer Gewaltopfer begrüßen wir, wenn diese nicht als Gegensatz zur oder als Ersatz für die Straßenumbenennung verstanden werden, sondern als Teil eines breiten Prozesses zur Überwindung von Rassismus und Gewalt.

Heute bitten wir Sie/Euch um Unterstützung bei unserem weiteren Bemühen.

Weil es heftige Widerstände gegen die Umbenennung und Unentschlossenheit bei vielen Lokalpolitiker_innen dazu gab/gibt, wurde die Entscheidung zur Straßenumbenennung ja weiter vertagt. Nun sollen zwei Workshops zur Erinnerungskultur durchgeführt werden, bei denen Ihre/Eure Anwesenheit und gute Argumente sehr hilfreich wären:

Mo, 17. + 24.09., jeweils 17 Uhr: Workshops der Stadt zur Erinnerungskultur an Amadeu Antonio. Dabei ist sehr mit Erscheinen von Gegner_innen der Straßenumbenennung zu rechnen. Teilnehmende sollen sich dazu anmelden per Mail bis 13.09. bei s.neubacher@eberswalde.de  Ort ist das Tourismuszentrum im Familiengarten, Am Walzwerk 1, 16227 Eberswalde.

Link: http://www.eberswalde.de/fileadmin/bereich-eberswalde/global/Aktuelles/Medieninfo/2012/09/173-12_Erinnern_an_Amadeu_Antonio_04-09.pdf

 

Zur Stärkung und „zum Thema“:  

Do, 20.09., 19 Uhr: Mutlu Ergün liest in Eberswalde, Eintritt frei: „Kara Günlük – Die geheimen Tagebücher des Sesperado“ Der Exil-Berliner, Autor, Pädagoge, Sozialforscher und Performer präsentiert junge, freche und politische Satire zum Rassismus. Ort: Bibliothek in der Rathauspassage, Breite Straße 40 (rechtzeitiges Erscheinen empfohlen).

Di, 25.09., 19 Uhr: „Manifest der Vielen“ Autorenlesung mit Deniz Utlu

und anschließendem Gespräch. Eintritt frei.

Ort: Treff 23 – Kulturhof, Breitscheidstraße 43, Bernau bei Berlin (mehr dazu: s.u.)

 

Mi, 26.09., 17.00 – 19.30 Uhr im Tobias-Seiler-Saal, Kirchplatz 8: 

„Herzlich willkommen in Bernau – wer immer Du bist!“  

Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, Jugendliche und Erwachsene begegnen sich, erzählen in Kleingruppen, versuchen zu verstehen und lernen sich so ein wenig besser kennen.

Wer möchte, kann etwas für das gemeinsame Essen mitbringen.

Wir von der evangelischen Jugendarbeit und vom Jugendtreff Offene Hütte laden Sie und Euch dazu ein:

17.00 Uhr Ankommen, Getränke, Begrüßung, Gruppenfindung

17.30 – 19 Uhr Austausch in Kleingruppen, evtl. im Plenum

ab 19 Uhr „Wahlessen“ (vegetarisch oder fleischig) und Gelegenheit zu weiteren Gesprächen

Außerdem starteten wir an Amadeu Antonios 50. Geburtstag bei der zweiten symbolischen Straßenumbenennung unsere Aktion „Die Amadeu-Antonio-Straße ist überall“.

Wir wollen zeigen, dass die (noch nicht) umbenannte Straße überall ist bzw. sein kann, wo sich Menschen gegen Rassismus engagieren. Um das zu dokumentieren, bitten wir, uns Fotos von besonderen Orten mit T-Shirts oder Aufklebern (oder auch selbst gemaltem Plakat mit der Aufschrift „Die Amadeu-Antonio-Straße ist überall“) digital zu senden an: pazifissimo@googlemail.com Wir erwarten momentan solche Fotos auch von fernen Vulkanen, von der Jerusalemer Klagemauer, aber auch von der Ostsee, vor Ortsschildern, oder mit prominenten Leuten drauf. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wir veröffentlichen sie auf http://www.toleranteseberswalde.de/

Material 

T-Shirts in den Größen S, M, L, XL und Aufkleber 6 x 19,3 cm können wir zuschicken (gegen Spende: T-Shirts – öko und fair trade – 10 Euro, pro Aufkleber 10 Cent). Außerdem können wir leichte Straßenschilder (12×95 cm, beidseitig blau mit weißer Schrift) herstellen lassen oder für Veranstaltungen ausleihen. Bestellungen bitte an: pazifissimo@googlemail.com

Spenden für Material, das wir dann großzügiger verteilten könnten, sind sehr willkommen:

Kirchl. Verwaltungsamt Eberswalde, Konto-Nr.: 162965, BLZ: 21060237, Bank: EDG eG Kiel, Verwendungszweck: ejbar, Spende Kampagne Light me Amadeu.

Herzliche Grüße,

Dieter Gadischke

Der Autor Deniz Utlu liest aus dem Buch „Manifest der Vielen“. Dieses Buch ist, wie es im Vorwort heißt, Gegengift und Pflichtlektüre: Um sich nicht abzuschaffen, muss Deutschland sich neu erfinden. Profilierte Autorinnen und Autoren schreiben über ihr Leben in Deutschland, über Heimat und Identität, über ihr Muslim- oder Nicht Muslim-Sein als Reaktion auf unheimliche Debatten, auf spalterische Einteilungen in „wir“ und „die“.
„Ausgrenzung und Rassismus sind keine abstrakten Phänomene. Sie spielen sich nicht irgendwo weit weg ab, sondern betreffen uns und unsere Zukunft. Wir brauchen neue Ideen und Perspektiven, um Wege zu finden für ein friedliches Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft“, heißt es in der Einladung des Netzwerkes für Toleranz und Weltoffenheit Bernau, das zu dieser Lesung einlädt.
Deniz Utlu, 1983 in Hannover geboren, lebt als freier Autor in Berlin und gibt dort das Kultur- und Gesellschaftsmagazin freitext heraus.

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Über Jugendbündnis F.E.T.E.

Das F.E.T.E. ist ein Bündnis aus jungen Leuten, das sich in der Stadt Eberswalde und Umgebung gegen Rechtsextremismus und insbesondere gegen rechte Subkultur engagiert.
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